Zirkel des Perseus

Zirkel des Perseus

Koordinationsforum für Maskulisten - Basis in der Schweiz

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Anstandsbüchlein "Benehmen gegenüber Damen"

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   printer-friendly view    Zirkel des Perseus Foren-Übersicht -> Das Analyselabor
Die Widerlegung der Gender-Ideologie :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ajk



Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beiträge: 822

blank.gif
BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 1:27    Titel: Anstandsbüchlein "Benehmen gegenüber Damen" Antworten mit Zitat

http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Vogt,+Franz/Anstandsbüchlein+für+das+Volk/12.+Benehmen+gegen+Damen


---
Das Benehmen im Umgang mit Damen ist, soweit Gelegenheit hierzu geboten war, in den bisherigen Kapiteln gestreift worden. Wir lauben aber, daß es ganz am Platze ist, wenn wir in den folgenden Punkten noch einmal eine Hauptübersicht über dasselbe geben.

1. Der Grund, auf welchem sich unser Benehmen gegen Damen aufbauen soll, soll die Achtung sein, welche der Mann der Frau schuldig [156] ist. An der Art, wie ein Mann den Damen begegnet, wird man sicher den Grad seiner Bildung erkennen.

2. Der gebildete Mann wird deshalb nie vergessen, daß er den Damen stets mit liebenswürdigster Zuvorkommenheit gegenüber zu treten und ihnen auch allzeit hilfreich beizuspringen hat. Höflichkeit und Dienstfertigkeit gegen alle muß die Richtschnur seines Auftretens gegen Damen sein. Er zeige sich jedoch in Erweisung dieser und jener Dienste und Gefälligkeiten nicht zu übereifrig, das könnte seinem und dem Rufe der Dame schaden, denn die Welt unterlegt einem allzugroßen Diensteifer gar oft falsche Beweggründe.

3. Sprich eine Dir nur durch die Gesellschaft bekannte Dame auf der Straße nicht an und verlange auch nicht, sie zu begleiten. Die Dame müßte sich in diesem Falle unter schicklichem Vorwande möglichst schnell entfernen.

4. Bringe das Gespräch nicht auf Dinge, welche Damen unangenehm berühren müssen, oder brich es, wenn es durch irgend einen Umstand eine solche Wendung genommen hat, sofort wieder ab. Dergleichen unangenehme Gespräche werden Dir nur selten verziehen und bringen Dich in den Ruf der Rücksichtslosigkeit.

5. Schmeichle den Damen nicht. Eine Dame der guten Gesellschaft wird immer das wirkliche Lob von der Schmeichelei zu unterscheiden wissen und sich danach ihr Urteil über den Schmeichler bilden, und dies wird immer ungünstig für denselben lauten, denn die Dame muß annehmen, [157] daß er sie entweder für ungebildet oder eitel hält, oder daß er sich selbst bisher in einem ungebildeten Damenkreise bewegte, wo man mit solcher Unterhaltung zufrieden war.

6. Rede nicht von dem Alter einer Dame, noch weniger aber frage danach; überhaupt unterlasse alle Fragen nach den persönlichen Verhältnissen einer Dame. Bekrittle die anwesenden Damen nicht.
---

Und so weiter...

/ajk

_________________
"Überflüssig zu fragen, was Domänen drohte, die von denjenigen erobert würden, die unfähig sind, selbst welche aufzubauen. Die Zustände in Politik, Bildung und Medien haben längst die Antwort geliefert." Der Maskulist
Nach oben
Prometheus



Anmeldungsdatum: 19.08.2009
Beiträge: 160
Wohnort: Luxemburg

luxembourg.gif
BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Das Buch ist von 1894, also aus der Zeit, in der Frauen ja sooo unterdrückt waren.

Mir ist allerdings nicht ganz klar, wozu das ganze Affentheater gut sein soll.
Nach oben
ajk



Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beiträge: 822

blank.gif
BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Rangordnung. Schutz der Weibchen usw..

Es ist eine Art die Ruhe in der Gesellschaft zu halten..

/ajk

_________________
"Überflüssig zu fragen, was Domänen drohte, die von denjenigen erobert würden, die unfähig sind, selbst welche aufzubauen. Die Zustände in Politik, Bildung und Medien haben längst die Antwort geliefert." Der Maskulist
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 28 Nov 2009 12:37    Titel: Angemeldet ! Antworten mit Zitat

Hallo, Ajk
ich bin da Wink
Du hast ja schon reingelesen in den Link zum "Anstandsbüchlein" Very Happy

Ich melde mich demnächst mit einem Beitrag,
wollte nur schon kurz "Gooden Tach" gesagt haben.

LG Donna A
Nach oben
ajk



Anmeldungsdatum: 22.01.2009
Beiträge: 822

blank.gif
BeitragVerfasst am: 25 Dez 2009 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ja gooden Dach,

dann hau mal rein das Zeuch.

gruss

/ajk

_________________
"Überflüssig zu fragen, was Domänen drohte, die von denjenigen erobert würden, die unfähig sind, selbst welche aufzubauen. Die Zustände in Politik, Bildung und Medien haben längst die Antwort geliefert." Der Maskulist
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 01 Jul 2010 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

ajk hat folgendes geschrieben:
Ja gooden Dach,

dann hau mal rein das Zeuch.

gruss

/ajk

Hallo, Ajk
der Ursprung des beabsichtigten Austausches lag vor meiner Ausgrabung des Anstandsbüchleins von Franz Vogt.
Das war auch ein Strang bei wgvdl, ich habe die Links herausgesucht.

Vorab zum besseren Verständnis: Ich beschäftige mich seit langer Zeit
mit den "alten Zeiten".
Dabei kann man wirklich vie entdecken, und es gibt kaum schönere Momente, als mit alten Leuten zusammen zu sitzen und fragen zu können,
wie es wirklich dann oder dann war. "Opa, Opa, erzähl mal von...!" und dergleichen. Das ist lebendige Geschichte, viel toller und interessanter sind Zeitzeugenberichte
als jedes Schul-Geschichtsbuch.
Ich habe im Alter von 14 Jahren meine erste Zeitschrift von 1955 gekauft.
Mittlerweile ist da mehr zusammengekommen, obwohl mein pedantischer Ex-Gatte mir einen der übelsten Schläge meines Lebens verpasste:
Er warf meine gesamte Sammlung in den Müll.

Inzwischen ist da wieder Material von Jahrhundertbeginn (19XX) bis Mitte 60er vorhanden.
Und es gibt auch immer mehr im Internet zu finden.

Nun müsste der Zusammenhang mit den Forenthemen hergestellt werden.
Was haben alte Anstandsbücher, Zeitschriften und Benimmregeln, Geschichten von Zeitzeugen und Dokumentationen mit dem Thema "Feminismus" bzw. Anti-Feminismus zu tun?

Ich suche jetzt mal die wgvdl-Beiträge heraus.

LG Donna A
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 01 Jul 2010 17:14    Titel: WGVDL Beiträge "Ab ins Museum" Antworten mit Zitat

Donna Amaretta hat folgendes geschrieben:

Ab ins Museum;-)

verfasst von Donna Amaretta(R), 11.11.2009, 14:46

Hallo, Roslin

Roslin schrieb:

» (...) dass ich den Einfluss der soziokulturellen Faktoren auf
» grundlegende menschliche Ausrichtungen eher als gering ansehe.

Einen gewissen Einfluß hatten und haben diese Faktoren.
Man braucht sich nur mal umdrehen und zurückschauen, was einst an Ratgebern
auf dem Markt kursierte.
Ich habe dir ein paar Schmankerln kopiert.
Vorab Pardon für die Länge, viel SpaßWink

Das Handbuch für die gute Ehefrau

Ein gut gefüllter Kühlschrank der 50er Jahre

© Robert Bosch GmbH, Stuttgart

In einer Familie zählen nur die Bedürfnisse von einem einzigen, und das ist der Ehemann - jedenfalls wenn es nach der britischen eitschrift "Housekeeping Monthly" geht, die in ihrer Ausgabe vom 13. Mai 1955 zusammenfasst, wie eine gute Ehefrau sich ihrem Mann gegenüber zu betragen hat und damit gleichzeitig ein düster-skurriles Sittenbild von Partnerschaft in den 50er Jahren zeichnet:

Verwöhne IHN!
• Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.

• Machen Sie sich schick. Gönnen Sie sich 15 Minuten Pause, so dass Sie erfrischt sind, wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.

• Seien Sie fröhlich, machen Sie sich interessant für ihn! Er braucht vielleicht ein wenig Aufmunterung nach einem ermüdenden Tag und es gehört zu Ihren Pflichten, dafür zu sorgen.


Das traute Heim

50er Jahre Die glückliche Hausfrau und ihr Mann in ihrer Küche mit frisch gebackenem Kuchen.
© Corbis-Bettmann, New York

• Räumen Sie auf. Machen Sie einen letzten Rundgang durch das Haus, kurz bevor Ihr Mann kommt.

• Räumen Sie Schulbücher, Spielsachen, Papiere usw. zusammen und säubern Sie mit einem Staubtuch die Tische.

• Während der kälteren Monate sollten Sie für ihn ein Kaminfeuer zum Entspannen vorbereiten. Ihr Mann wird fühlen, dass er in seinem Zuhause eine Insel der Ruhe und Ordnung hat, was auch Sie beflügeln wird. Letztendlich wird es Sie unglaublich zufrieden stellen, für sein Wohlergehen zu sorgen.

• Machen Sie die Kinder schick. Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um ihre Hände und Gesichter zu waschen (wenn sie noch klein sind). Kämmen Sie ihr Haar und wechseln Sie ggf. ihre Kleidung. Die Kinder sind ihre "kleinen Schätze" und so möchte er sie auch erleben. Vermeiden Sie jeden Lärm. Wenn er nach Hause kommt, schalten Sie Spülmaschine, Trockner und Staubsauger aus. Ermahnen Sie die Kinder, leise zu sein.

• Seien Sie glücklich, ihn zu sehen.

• Begrüßen Sie ihn mit einem warmen Lächeln und zeigen Sie ihm, wie aufrichtig Sie sich wünschen, ihm eine Freude zu bereiten.


Opfere dich auf - ER ist der Chef!
© Getty Images, München

• Hören Sie ihm zu. Sie mögen ein Dutzend wichtiger Dinge auf dem Herzen haben, aber wenn er heimkommt, ist nicht der geeignete Augenblick, darüber zu sprechen. Lassen Sie ihn zuerst erzählen - und vergessen Sie nicht, dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre.

• Der Abend gehört ihm. Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder ohne Sie zum Abendessen oder irgendeiner Veranstaltung ausgeht. Versuchen Sie stattdessen, seine Welt voll Druck und Belastungen zu verstehen. Er braucht es wirklich, sich zu Hause zu erholen.

• Ihr Ziel sollte sein: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Zuhause ein Ort voller Frieden, Ordnung und Behaglichkeit ist, wo Ihr Mann Körper und Geist erfrischen kann.

• Begrüßen Sie ihn nicht mit Beschwerden und Problemen.

• Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder selbst wenn er die ganze Nacht ausbleibt. Nehmen Sie dies als kleineres Übel, verglichen mit dem, was er vermutlich tagsüber durchgemacht hat.

• Machen Sie es ihm bequem. Lassen Sie ihn in einem gemütlichen Sessel zurücklehnen oder im Schlafzimmer hinlegen. Halten Sie ein kaltes oder warmes Getränk für ihn bereit.

• Schieben Sie ihm sein Kissen zurecht und bieten Sie ihm an, seine Schuhe auszuziehen. Sprechen Sie mit leiser, sanfter und freundlicher Stimme.

• Fragen Sie ihn nicht darüber aus, was er tagsüber gemacht hat. Zweifeln Sie nicht an seinem Urteilsvermögen oder seiner Rechtschaffenheit. Denken Sie daran: Er ist der Hausherr und als dieser wird er seinen Willen stets mit Fairness und Aufrichtigkeit durchsetzen. Sie haben kein Recht, ihn in Frage zu stellen.

• Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.

© Housekeeping Monthly, 1955

http://www.frauen.spoe.at/bilder/d28/wichtig.pdf



Um die passenden Bilder vors Auge zu bekommen, empfehle ich noch einen Besuch im Wirtschaftswundermuseum.
http://www.wirtschaftswundermuseum.de/index.html
Die Zusammenstellung ist umfangreich und man kommt aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus.
Die einzelnen Themenbereiche enthalten weitere Unterthemen, von Kochbüchern bis zu Erotikratgebern aus jener Epoche.

Liest man diese Originaltexte und Kommentare, werden einem viele Zwänge, Gebote und Verbote im Alltag der Menschen bewußt, und man versteht auf alle Fälle die Auflehnung und die Umbrüche, die folgten.

Roslin schrieb:

» So wie der totalitäre Sozialismus nicht in der Lage war, den neuen
» Menschen herbeizusozialisieren, so kann auch der Feminismus Frauen nicht
» mehr verderben als sie es bereits sind, immer schon waren.
» Das Verdorbene an Frauen wagt sich heute nur schamloser ans Licht, wird
» von der Gesellschaft/Politik nicht mehr in Schranken gewiesen, wird darum
» sichtbarer, aber nicht vermehrt.

DAS habe ich in ähnlicher Form auch häufig gedacht.

Roslin schrieb:

» So wie sich die Zahl der guten Frauen nicht vermindert hat.
» Nur die Zahl der Heuchlerinnen hat sich vermindert.

LG Donna Amaretta

von hier:

http://www.wgvdl.com/forum/forum_entry.php?id=98640&page=0&category=0&order=last_answer
ajk hat folgendes geschrieben:

Propaganda

verfasst von ajk(R), 12.11.2009, 11:18


Wie immer...

Wie viele Menschen haben diese Bücher gekauft? Für wie viele Menschen waren diese Bücher relevant? War das eine Mode damals? Was waren das für Schriftsteller? Waren das Sektenführer oder normalos? Wie viele Menschen damals fanden es lustig was da stand? Wie lange haben sich solche Bücher verkauft?

Einiges ist lustig, einiges Absurd, einiges fremd, vieles aber richtig und korrekt.

Deine, und die Belustigung anderer basiert vor allem darauf das sie sich nicht vorstellen können wie hart die Arbeit damals war. 12 Stunden Knochenarbeit im Stahlwerk ist so anstrengend, das kann sich fast keiner heute mehr vorstellen. Ich merke aber das man sich wirklich mühe geben wollte das der Mann sich wohl fühlt.

In übrigen lag es unter anderem auch wohl daran, das Männer selten waren..

von hier:
http://www.wgvdl.com/forum/forum_entry.php?id=98754&page=0&category=0&order=last_answer
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 01 Jul 2010 17:20    Titel: Propaganda? Antworten mit Zitat

Hallo, Ajk,
meine erste Frage, die ich damals schon stellen wollte und nicht mehr geschafft habe-die Stränge werden halt so schnell geschlossen-
jetzt mit Verspätung:
Warum nanntest du meine Beiträge "Propaganda"?
LG Donna A
Nach oben
Manifold (n. eingeloggt)
Gast





BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 9:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass dieser Artikel von 1955 gefälscht sei und es ihn so gar nie gegeben hätte. Allerdings kann ich dies im Moment nicht beweisen. Müsste ich mal heraussuchen.

Ich jedenfalls wäre vorsichtig, solche Artikel von feministischen Websites für voll zu nehmen.
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 18:27    Titel: Gefälscht?- möglich: Antworten mit Zitat

Manifold hat folgendes geschrieben:
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass dieser Artikel von 1955 gefälscht sei und es ihn so gar nie gegeben hätte. Allerdings kann ich dies im Moment nicht beweisen. Müsste ich mal heraussuchen.


Eine Erläuterung findet sich hier: (an der rechten Seite)

http://www.erinnerungswerkstatt-norderstedt.de/artikel/112_hk.htm
Die Seite ist übrigens sehr interessant, man liest sich beim Stöbern leicht fest. Ich jedenfalls Wink

Manifold hat folgendes geschrieben:
Ich jedenfalls wäre vorsichtig, solche Artikel von feministischen Websites für voll zu nehmen.


Es ging mir um den Text, nicht um seine Herkunft.
Man findet ihn nicht nur über den ersten eingestellten Link im zitierten wgvdl Beitrag ( ups-da steht ohnehin "not found", scheint tot zu sein), sondern auf vielen Seiten.
Der Text ist sehr nah dran an den originalen Ratgebern aus den 50er und den Jahrzehnten davor. Beim allerersten Lesen und mit Kenntnis originaler Ratschläge von annodazumal hielt ich ihn zwar für übertrieben (etwas realitätsfremd), bin aber nicht darüber gestolpert,
da mir solche Tips durch meine Sammlung lang vertraut und damit nicht ungewöhnlich sind.

Ich wüsste trotzdem gern von Ajk, wie genau der Einwurf "Propaganda" zu deuten ist.
LG Donna A
Nach oben
Manifold



Anmeldungsdatum: 15.04.2009
Beiträge: 148

switzerland.gif
BeitragVerfasst am: 02 Jul 2010 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

Gegenfrage: Wenn die damaligen echten Ratgeber sehr nahe an dieser Fälschung wären, warum hat man dann nicht einfach ein Original abgedruckt?!

Das ist doch nur ein peinlicher Versuch, feministische Patriarchatspropaganda zu untermauern. Da sieht man mal wieder, zu welchen niederen Methoden Feministinnen greifen müssen.

Und natürlich würden sie nirgends erwähnen, dass dieser Text eine Fälschung wäre. Nein, dass wir dann einfach so beim Leser vorausgesetzt, dass er das wüsste, ja klar.

Das nennt man billige Stimmungsmache mit gefälschten Argumenten.

_________________
Wir sind die Antwort auf das Geschwür der Misandrie!

Wir sind die erste Verteidigungslinie der Männlichkeit gegen den Radikalfeminismus.

Die Söhne von Perseus
http://sonsofperseus.blogspot.com
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 03 Jul 2010 0:59    Titel: Neuer Ansatz Antworten mit Zitat

Ok. An einem unechten Text, so echt er auch wirkt, kann man keine Diskussion oder Analyse festmachen.
Es gibt ja genug anderes originales Material, das nicht nur in meiner Sammlung, sondern ausreichend im Netz zur Verfügung steht.
Ich muss also nichts abtippen. Laughing

Allerdings wäre es wohl nötig, einige Fragen und Gedanken zu schreiben,
um verständlich zu machen, warum mich das Thema "Anstandsbüchlein"
in seinen Varianten durch die Epochen interessiert.
Ich gehe in dem zitierten Strang bei wgvdl noch einen Schritt weiter zurück zu einem Beitrag von Roslin, um die Auslöser und Folgerungen/Überlegungen daraus genauer zu erklären.

Ich setze den Text morgen oder übermorgen ein, er ist jetzt nicht mehr ganz fertig geworden.

LG Donna A.
Nach oben
Odin



Anmeldungsdatum: 22.04.2009
Beiträge: 514

blank.gif
BeitragVerfasst am: 04 Jul 2010 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Meines Erachtens zeigen diese Texte natürlich Extrempositionen, die aber tatsächlich vorhanden waren. Ich kenne diese Einstellung auch aus Werbefilmen der damaligen Zeit.

Mich würde interessieren, ob es derlei "Untertänigkeitsforderungen" auch außerhalb der 50er Jahre mit ihrem biederen, mühsamen Ringen nach einer heilen Welt mit sicherer Rangordnung gab.
Sonst könnte man das auch als Gegenbewegung zum Schock der Naziherrschaft sehen.

_________________
Odin
http://www.youtube.com/OdinGerman
Nach oben
Donna A



Anmeldungsdatum: 28.11.2009
Beiträge: 7

blank.gif
BeitragVerfasst am: 04 Jul 2010 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Odin hat folgendes geschrieben:
Meines Erachtens zeigen diese Texte natürlich Extrempositionen, die aber tatsächlich vorhanden waren. Ich kenne diese Einstellung auch aus Werbefilmen der damaligen Zeit.

Rendevouz unterm Nierentisch Laughing http://www.youtube.com/watch?v=8ZENe3n35Us Very Happy Viel Spaß

Odin hat folgendes geschrieben:
Mich würde interessieren, ob es derlei "Untertänigkeitsforderungen" auch außerhalb der 50er Jahre mit ihrem biederen, mühsamen Ringen nach einer heilen Welt mit sicherer Rangordnung gab.
Sonst könnte man das auch als Gegenbewegung zum Schock der Naziherrschaft sehen.

Die Vorbilder waren über lange Zeit gleich bis ähnlich, das hat nicht unbedingt etwas mit den 50er Jahren zu tun. Man kehrte in den 50ern zu etwas zurück, was es schon lange vorher gab (die heile Welt), um wieder Form und Ordnung nach der Kriegskatastrophe zu schaffen.
Ich halte die 50er Jahre für eine Art letztes "Aufbäumen" in Form von starrem Festhalten an bestimmten Rollen und Lebensweisen vor dem großen Bruch-symbolische Jahreszahl 1968- der Bruch erfolgte jedoch nicht urplötzlich, sondern begann sich vorher schon zu zeigen.

Beispiel: Ab 1876 erschien das Jahrbuch "Der Jugendgarten" von Ottilie Wildemuth. "Erzählungen ernsten und heiteren Inhalts, Gedichte und Unterweisungen aus Natur, Haus und Geschichte, Beschäftigungen, Sport und Spiele". Das Buch, das ab Beginn des 20.Jahrhunderts den Untertitel "Eine Festgabe für junge Mädchen" erhielt, wurde bis 1942 herausgegeben. Es gab dann einige Jahre Pause und erschien ab 1950 mit gleichen Themenschwerpunkten wieder.

Dann gab es ab 1889 "Das Kränzchen", das ab 1935 Titel und Inhalt der Zeit gemäß änderte in "Wir Mädel.Sport, Kameradschaft, Fröhlichkeit und ernstes Wissen"(Band 47), "wir Mädel" gab es bis 1944 (Band 56)

Mit Band 57, der 1952, also nach langer Unterbrechung erschien, versuchte man - auch beim Titel - nahtlos an die Vorkriegszeit anzuknüpfen. Dieser Folgeband hieß nämlich "Das neue Kränzchen" wurde allerdings schon vom nächsten Jahr an als "Meine Welt. Ein Jahrbuch für Mädchen" weitergeführt. Mit Erscheinen von Bd. 70 wurde die Reihe "Meine Welt" 1966 endgültig eingestellt.

Beide Bücher wurden vom Union Verlag herausgebracht, in dem auch die vielleicht einigen bekannte "Gartenlaube" erschien.

Der Text, aus dem ich diese Informationen habe, ist hier:
Lasst uns anmutig bleiben!
Jahrbücher und Ratgeber für Mädchen

http://www.susanne-buck.net/anmutig.htm
Der Überblick ist eine gelungene und meiner Ansicht nach sachliche interessante Zusammenfassung, ich empfinde ihn nicht als feministisch geprägt und in der Absicht geschrieben, die Zustände anzuklagen.
Er beleuchtet nicht wertend, wer da anderes herausliest, kann es ja schreiben.

LG Donna A
Nach oben
Garfield



Anmeldungsdatum: 16.10.2009
Beiträge: 68

germany.gif
BeitragVerfasst am: 06 Jul 2010 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Donna A!

Zitat:
Ich halte die 50er Jahre für eine Art letztes "Aufbäumen" in Form von starrem Festhalten an bestimmten Rollen und Lebensweisen vor dem großen Bruch-symbolische Jahreszahl 1968- der Bruch erfolgte jedoch nicht urplötzlich, sondern begann sich vorher schon zu zeigen.


Das sehe ich auch so.

In den letzten Kriegsjahren und in der Nachkriegszeit war es so, daß Kinder sehr viel Freiraum hatten. Die Väter waren oft an der Front, die Mütter mußten spätestens nach dem Krieg oft zusehen, daß etwas zum Essen auf den Tisch kam.

So waren die Kinder oft sich selbst überlassen. Während das heute oft dazu führt, daß sie Unsinn verzapfen, leiteten die alltäglichen Notwendigkeiten in der Nachkriegszeit den kindlichen Drang nach Betätigung in einigermaßen sinnvolle Gleise. Die Kinder klauten auf Feldern Kartoffeln (mein Vater hat mir mal begeistert erzählt, wie ihm und seinen Kumpels dabei Kugeln aus russischen Maschinenpistolen um die Ohren flogen), sie zapften Treibstoff aus Fahrzeugwracks, schmuggelten Kaffee, sammelten herabgefallene Kohlen an Bahnstrecken auf...

Den Müttern war das oft nur recht. Sie fragten nicht lange nach der Herkunft, wenn die Kinder etwas Nützliches nach Hause brachten.

Und die Kinder freuten sich über die Anerkennung der Mutter. Die älteren oder einzigen Söhne fühlten sich so bald als Männer im Haus, quasi als Ersatz für die Väter, die sie oft gar nicht mehr bewußt kennen gelernt hatten.

Die Kinder freuten sich auch über die Freiheit, die sie hatten. In den letzten Kriegsmonaten brach obendrein auch noch vielerorts das Schulsystem zusammen. Auch nach dem Krieg dauerte es noch eine Weile, bis der Unterricht wieder aufgenommen wurde.

Dann gab es aber plötzlich wieder Schule. Und nach und nach kehrten die Väter zurück, oder aber die Mütter fanden neue Partner. Und das Leben begann sich wieder zu normalisieren.

Das empfanden aber häufig nur die Erwachsenen so. Die Kinder empfanden diese Normalisierung eher als Verlust von Freiheit. Sie mußten plötzlich zu Schule gehen. Auf einmal war da wieder ein Mann an der Seite der Mutter. Irgendwann kam die Mutter mit Sonntagskleidung für die Kinder. Die Jungen mußten sich nun sonntags in enge Anzüge zwängen, die Mädchen in Kleider mit weißen Strumpfhosen drunter. So mußten sie mit den Eltern spazieren gehen, durften die guten Sachen dabei nicht schmutzig machen... Womöglich ging es dann auch noch in die Kirche, wo sie still sitzen mußten... Und manches, wofür Mutter sie früher gelobt hatte, war nun auf einmal verboten.

Für die Erwachsenen war das eine Wiederkehr der guten alten Zeit, die sie selbst als Kinder im Kaiserreich oder in der Weimarer Republik erlebt hatten. Für die Kinder dagegen war das ein Korsett aus Zwängen, in das sie sich nun gepreßt fühlten. Das hatten sie so ja vorher nie kennen gelernt. Die älteren oder einzigen Söhne fühlten sich obendrein noch vom Vater oder neuen Partner der Mutter von ihrer Seite verdrängt. Und sie konnten sich als Kinder kaum dagegen wehren. Wenn sie protestierten, gab es Ohrfeigen oder auch mal Schläge mit dem Gürtel.

Kein Wunder, daß sie dann als Jugendliche, wo man ja eh einen starken Oppositionsdrang hat, viel stärker als gewöhnlich gegen die herrschenden Zustände anschimpften und -kämpften. Die 68er-Bewegung war also nur eine ganz logische Folge.

Freundliche Grüße
von Garfield
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   printer-friendly view    Zirkel des Perseus Foren-Übersicht -> Das Analyselabor Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Du kannst Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen